SEGELRATGEBER / WIND & WELLEN

Verstehe das Wetter. Bereite deinen Törn vor.

Entdecke, wie Wind, Seegang und das Leben an Bord zusammenhängen. Ändere die Bedingungen und sieh, was deine Aufmerksamkeit braucht.

Ein Simulator zum Lernen

01 / Erkunden

Deine Bedingungen

Beginne mit einem Beispiel oder stelle ein eigenes Szenario zusammen.

WIND, WELLEN & BORDGEFÜHL
Längere DünungWellen von vorn
Schematische Seitenansicht. Bewegungen und Wellen sind verstärkt dargestellt, um den Unterschied zu zeigen.
Ruhiger Törn
3m/s

Wahrer Wind im Wetterszenario. Der Trimmratgeber zeigt den scheinbaren Wind an Bord.

0,2m

Ein Maß für den Seegang. Einzelne Wellen können höher sein.

Windböen und Art des SeegangsWindböen: 4 m/s
4 m/s

Die Windgeschwindigkeit in den Böen ist mindestens so hoch wie die mittlere Windgeschwindigkeit.

Art des Seegangs
Die Wellen kommen

Wind und Wellen lassen sich unabhängig voneinander ändern. Auch bei schwachem Wind kann die Fahrt unruhig sein.

So ändern sich die Anforderungen

Grobe Stufen zum Lernen für dieses Szenario. Lies die Erklärung zu jedem Balken.

Komfort

5 von 5
Ruhig und angenehm

Kleine Wellen verursachen in dieser Darstellung nur geringe Bewegungen.

Mehr gefüllt = mehr Komfort

Erforderliche Erfahrung

1 von 5
Grundlegende Erfahrung an Bord

Ausguck, Navigation und grundlegende Manöver sind auch bei ruhigen Bedingungen nötig.

Mehr gefüllt = höhere Anforderungen

Sicherheitsanforderungen

1 von 5
Grundroutinen

Rettungsweste, eine Möglichkeit zum Notruf, funktionierende Ausrüstung und ein Törnplan gehören zu jeder Fahrt.

Mehr gefüllt = höhere Anforderungen

Komfort: 5 von 5, Ruhig und angenehm. Erforderliche Erfahrung: 1 von 5, Grundlegende Erfahrung an Bord. Sicherheitsanforderungen: 1 von 5, Grundroutinen

DAS SPÜRST DU AN BORD

Zeit, ein Gefühl fürs Boot zu entwickeln

Bei leichtem Wind wirken geringe Kräfte auf die Segel. Das Boot hat aber möglicherweise nur wenig Fahrt und reagiert deshalb kaum auf das Ruder. Kleine Wellen verursachen in dieser Darstellung nur geringe Bewegungen.

Darauf kommt es an

  • Übe Steuern und Segelhandhabung mit aufmerksamem Ausguck und viel Platz.
  • Verteilt die Aufgaben und haltet Kleidung, Wasser und Ausrüstung gut erreichbar.
  • Behalte die Vorhersage für den ganzen Törn im Blick und halte Alternativen mit ausreichenden Reserven bereit.

02 / Vorbereiten

Ein ruhiger Törn beginnt vor dem Ablegen.

Die Grundroutinen bleiben immer wichtig. Die Balken zeigen, was in deinem Szenario besondere Aufmerksamkeit braucht.

0 von 7 Punkten sind als erledigt markiert

Tun & vorbereiten

Grundroutine

Verstaue und sichere lose Gegenstände schon vor dem Ablegen. Schiffswellen oder ein Manöver können auch bei ruhigem Wetter Dinge verschieben.

Grundroutine

Mache dich mit den Reffleinen und Abläufen vertraut, bevor du sie brauchst. Eine ruhige Phase eignet sich, um das System gemeinsam durchzugehen.

Grundroutine

Legt fest, wer steuert, Ausguck hält und navigiert. Alle müssen wissen, wie sie Hilfe rufen können.

Grundroutine

Lies die Vorhersage für den ganzen Törn, plane Alternativen und informiere jemanden an Land über euren Törnplan.

Mitnehmen & prüfen

Grundroutine

Eine funktionierende, gut sitzende Rettungsweste ist auch bei ruhigem Wetter nötig. Geht durch, wie ihr eine Person aus dem Wasser zurück an Bord holt.

Grundroutine

Halte Seekarten und geladene Geräte für den Notruf erreichbar und vor Wasser geschützt. Sorge auch für eine Ersatzmöglichkeit zur Navigation.

Grundroutine

Halte Wasser, etwas zu essen und eine trockene, warme Kleidungsschicht griffbereit. Das Wetter kann sich während des Törns ändern.

Die Häkchen gelten für dein aktuelles Szenario und werden zurückgesetzt, sobald du die Bedingungen änderst. Sie sind eine Gedächtnisstütze und keine Beurteilung, ob der Törn sicher ist.

03 / Wetterlagen

Mehr als nur Windstärke.

Sicht, Temperatur und schnelle Veränderungen beeinflussen den Tag auf dem Wasser ebenfalls. Diese Wetterlagen werden getrennt von den Balken des Simulators erklärt.

01

Regen und Kälte

Auch wenig Wind kann einen anstrengenden Tag bedeuten, wenn die Besatzung nass und kalt wird.

Das ändert sich
Kälte erschwert die Arbeit und die Konzentration. Regen und Spritzwasser können die Sicht verschlechtern und das Deck rutschig machen.
Bereite dich vor
Nimm mehrere Kleidungsschichten, Wind- und Regenschutz sowie trockene Wechselkleidung mit. Halte Essen und Getränke gut erreichbar. Wechselt euch bei den Aufgaben ab, bevor jemand müde wird und friert.

Quellen: RYA · Winter on the waterSjöräddningssällskapet · Inför båtturen

02

Nebel und schlechte Sicht

Ruhiges Wasser kann eine schwierige Navigationssituation verbergen.

Das ändert sich
Du erkennst andere Boote und Landmarken später. Ausguck, aufmerksames Hören und die Kontrolle der Position verlangen mehr Aufmerksamkeit.
Bereite dich vor
Prüfe die Sichtvorhersage und erwäge zu warten. Passe die Geschwindigkeit an und halte besonders aufmerksam Ausguck. Lerne vor der Fahrt, Navigationsgeräte und Schallsignale zu nutzen. Ein Bildschirm ersetzt den Ausguck nicht.

Quellen: RYA · Safe speed and proper look outTransportstyrelsen · Utrustning inför båtturen

03

Gewitter und schnelle Veränderungen

Ein Gewitter kann die Bedingungen viel schneller verändern, als die Regler hier zeigen.

Das ändert sich
Blitze, starke Windböen und Starkregen können zusammen auftreten. Eine mäßige mittlere Windgeschwindigkeit beschreibt nicht die ganze Situation.
Bereite dich vor
Verfolge Vorhersagen und Warnungen. Plane, im Hafen zu bleiben oder die Fahrt rechtzeitig vor dem Unwetter zu beenden. Suche vor dem Gewitter geeigneten Schutz an Land. Weder das Boot noch der Mast garantieren Schutz vor Blitzeinschlägen.

Quellen: SMHI · ÅskaSMHI · Skydd mot blixtenRYA · Weather and tides

04

Sonne und Hitze

Bei einer angenehmen Brise vergisst du leicht, wie lange du schon in der Sonne bist.

Das ändert sich
Lange Einwirkung von Sonne und Hitze kann Kraft und Konzentration kosten, auch wenn sich das Segeln einfach anfühlt.
Bereite dich vor
Halte Wasser griffbereit und nimm Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und bedeckende Kleidung mit. Sorge nach Möglichkeit für Schatten und Ablösung. Halte Wechselkleidung und warme Schichten für den Abend bereit.

Quellen: RYA · Look after yourselfSjöräddningssällskapet · Inför båtturen

04 / Seegang verstehen

Betrachte das ganze Bild.

Die Windstärke zeigt nur einen Teil des Bildes. Erfahre mehr über den Wind im Segel, die Wellenhöhe und den Seegang. Danach folgen typische Fehler.

Mittlerer Wind und Wind in den Segeln

Hier wählst du die mittlere Geschwindigkeit des wahren Windes, wie in einer Wettervorhersage. Windböen sind vorübergehende Verstärkungen. Die Segel treffen auf den scheinbaren Wind: den Wind, den du an Bord spürst, wenn auch Fahrt und Kurs des Bootes berücksichtigt werden. Derselbe vorhergesagte Wind kann sich deshalb auf verschiedenen Kursen zum Wind unterschiedlich anfühlen.

Wellenhöhe ist keine Obergrenze

Der Regler gibt die signifikante Wellenhöhe an: ungefähr die mittlere Höhe des höchsten Drittels aller Wellen. Die Höhe wird vom Wellental bis zum Wellenkamm gemessen. Einzelne Wellen können deutlich höher sein, manchmal etwa doppelt so hoch. Die Abbildung zeigt das Prinzip und bildet nicht jede einzelne Welle ab.

Quellen: Meteorologiska institutet · Signifikanta våghöjden

Gleiche Höhe, anderer Seegang

Kurze, steile See und lange Dünung können das Boot trotz gleicher Höhe unterschiedlich beeinflussen. Die Richtung der Wellen zum Boot verändert seine Bewegungen. Auch Wassertiefe, Küste und Strömung beeinflussen den Seegang. Wind gegen die Strömung kann die Wellen steiler machen. Diese örtlichen Einflüsse werden hier nicht berechnet.

Quellen: SMHI · VågorRNLI · Weather and tidesRYA · Weather and tides

Häufige Fehler

01

Nur auf die mittlere Windgeschwindigkeit schauen

Darum ist es wichtigBöen und erwartete Veränderungen können deutlich mehr Arbeit verlangen, als der Mittelwert vermuten lässt.

So gehst du vorVergleiche mittlere Windgeschwindigkeit, Böen und die vorhergesagte Entwicklung für den ganzen Törn, einschließlich der Rückfahrt.

02

Schwachen Wind mit ruhiger See gleichsetzen

Darum ist es wichtigDünung kann bleiben oder aus einem Gebiet kommen, in dem der Wind stärker ist.

So gehst du vorLies die Wellenvorhersage gesondert. Achte auf Höhe, Periode und Richtung und beobachte, wie sich der Seegang entwickelt.

03

Erst vorbereiten, wenn es anstrengend wird

Darum ist es wichtigVerstauen und Segelhandhabung werden schwieriger, wenn sich das Boot bewegt und die Besatzung beschäftigt ist.

So gehst du vorSichere lose Gegenstände, prüfe Luken und besprecht das Reffen und die Aufgabenverteilung, solange es ruhig ist.

04

Die Checkliste über das Ablegen entscheiden lassen

Darum ist es wichtigAusrüstung und gesetzte Häkchen sagen nicht, ob Boot, Besatzung und Törn zu den Bedingungen passen.

So gehst du vorBeurteile die gesamte Situation anhand des aktuellen Seewetters, örtlicher Kenntnisse und der Möglichkeiten deines Bootes. Halte dir offen, den Plan zu ändern oder im Hafen zu bleiben.

Und wie sollen die Segel stehen?

Erkunde Windwinkel, Grundtrimm und Windfäden gemeinsam im Trimmratgeber.

Zum Trimmratgeber